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„Souveränitätserklärung des [deutschen] Volkes zwischen Maas, Rhein und Mosel” (13. November 1797)

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Seufzend unter dem Joche unserer Tyrannen, niedergebeugt durch den Despotismus der Monarchie küßten wir die Hand, die uns schlug, und wagten nicht einmal den Gedanken an eine Umwälzung, die all’ jene Übel beendigen könnte. Unsere Bedrücker sahen, daß ihre Verbrechen ungeahndet blieben; verblendet dadurch, sannen sie auf Mittel, den grenzenlosen Despotismus noch zu vermehren, verbanden sich mit den Verschwörern, die das wiedergeborene Frankreich aus seinem Schoße ausgespieen, als auf einmal das französische Volk die Könige auf ihren wankenden Thronen erschütterte, die Völker Zeugen der Siege der großen Nationen wurden, welche die unveräußerlichen Rechte des Menschen proklamierte. In unsern natürlichen Zustand wiederhergestellt, sagten wir: Die Tyrannen sind nur groß, weil die Völker vor ihnen knien. Stehet auf, Völker! und die Tyrannen liegen zu euren Füßen. Innigst überzeugt, daß ohne Ausübung demokratischer Grundsätze kein Gemeinwohl denkbar ist; durch Erfahrung belehrt, daß die Völker, welche davon abweichen, nie den Zweck erreichen können, den sie bei der Bildung in Gesellschaften sich vorsetzten, haben wir beschlossen, die Bande der Knechtschaft zu zerreißen, die uns bisher gefesselt hielten.

Aus diesen Gründen [ . . . ]

Die Patrioten, welche das Volk zwischen Maas, Rhein und Mosel durch die Wiedereroberung der unveräußerlichen Naturrechte repräsentieren, erwägend dieses alles, proklamieren im Angesichte des Höchsten Wesens die Volkssouveränität und erklären wie folgt:

1) Die ehemaligen Prinzen oder sog. Souveräne dieser Länder sind Feinde der Nation und auf immer aus diesen Gegenden verbannt;

2) die Bewohner besagter Länder sind frei und unabhängig;

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