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Eine mutige Frau stiehlt die königliche Krone – Helene Kottannerin (ca. 1400-nach 1458)
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Da das Ambt nü volbracht was, do trueg ich den edelen Kung her wider ab vnd legt in In die wiegen, wann er was nü mued worden von dem auf halden. Do trueg man In in sand Peters Kirchen, do müst ich in wider auf heben aus der wiegen vnd müst in tragen zu ainem stuel vnd müst in da nider seczen, als da gewonhait ist, daz ain yeder kung, der da gekronet wirt, da sol nẏder siczen. Do trueg ich sein gnad her wider ab vnd legt in wider in die wiegen. Do trueg man den edelen Kung von sand Peters Kirchen, vnd das edel geslëcht das volgt als nach zu fuessen vncz in die Herberg. Dann allain der edel graf Vlrich von Zily der rait, Darumb wenn er müst die Heiligen kron fueren vnd halden ob dem haupt des edelen Kungs, Darumb daz es yederman sëch, daz es die Heilig Kron was, die dem heiligen Kung sand Steffan vnd andern Kungen zu Vngeren ist auf geseczt Warden.

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Quelle: Die Denkwürdigkeiten der Helene Kottannerin (1439-1440), herausgegeben von Karl Mollay. Wiener Neudrucke: Neuausgaben und Erstdrucke deutscher literarischer Texte, herausgegeben von Herbert Zeman, Band 2. Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst: Wien, 1971, S. 14-18, 24-28.

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