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Die Geschwister Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst (von links) von der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose” (1942)

Die Geschwister Scholl stammten aus einem christlich-liberalen Elternhaus. Entgegen dem Wunsch ihrer Eltern war Hans (geboren 1918) der Hitler-Jugend (HJ) und Sophie (geboren 1921) dem Bund deutscher Mädel (BDM) beigetreten. Beide waren anfangs begeisterte Anhänger der nationalsozialistischen Jugendbewegung. Hans Scholl begann sich jedoch zunehmend vom NS-Regime abzuwenden, nachdem er dessen rassistischen und militaristischen Charakter erkannte. 1942 wurde der damalige Medizinstudent Mitgründer der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. (Sie wählten das Zeichen der weißen Rose als Symbol politischer Meinungsfreiheit. Es stammte ursprünglich aus den antinapoleonischen Dichtungen des Romantikers Clemens Brentano.) Im Juli 1942 wurde Hans als Sanitäter an die Ostfront bestellt, wo die brutale Behandlung von Polen und Juden seinen Widerstandswillen weiter bestärkte. In der Zwischenzeit hatte auch Sophie ihre Meinung über die NS-Regierung grundlegend geändert. Sie nahm ihr Studium in München auf und schloss sich trotz der Einwände ihres Bruders der Gruppe an.

Den Kern der Gruppe bildeten Sophie, Hans und dessen Studienfreunde Alexander Schmorell (geboren 1917), Christoph Probst (geboren 1919) und Willi Graf (geboren 1918) sowie später auch Professor Kurt Huber (geboren 1893). 1942/43 verteilten die Mitglieder der „Weißen Rose“ sechs verschiedene Flugblätter, in denen sie die Leser an deren moralische Verpflichtungen erinnerten, zum Widerstand gegen die NS-Diktatur aufriefen und das Ende des Krieges forderten. Während die ersten vier Flugblätter nur an einen kleinen Kreis von hauptsächlich Münchener Akademikern verteilt wurden, fand das nachfolgende fünfte Blatt in tausendfacher Auflage seinen Weg in mehrere Städte Süddeutschlands.

Bei der Verteilung des sechsten und letzten Flugblatts am 18. Februar 1943 wurde Sophie Scholl vom Hausmeister der Ludwig-Maximilians-Universität beobachtet. Die Gestapo verhaftete die Geschwister Scholl sowie Christoph Probst. Alle drei wurden am 22. Februar vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am gleichen Tag durch das Fallbeil hingerichtet. Schmorell wurde am 24. Februar 1943 verhaftet und am 19. April zum Tode verurteilt. Zusammen mit Huber wurde er am 13. Juli des Jahres hingerichtet. Graf wurde am 12. Oktober 1943 hingerichtet. Foto von George Witt.

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Die Geschwister Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst (von links) von der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose” (1942)

© Stadtarchiv Ulm