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Joseph Goebbels, Warum sind wir Judengegner? (30. Juli 1928)

Die Nationalsozialisten fügten der Litanei der durch die Konservativen und radikalen Rechten in Umlauf gebrachten Begriffe, um ihre Version des Deutschtums und dessen Gegner zu beschreiben, wenig Neues hinzu. So gehörten Begriffe wie „Volkstum", „Deutschtum", „Diktat von Versailles", „Schieberrepublik", „Schmährepublik"und „Judenrepublik" bereits zum politischen Sprachgebrauch der Rechten während der Weimarer Zeit. Auch der Antisemitismus war ein häufiges Motiv der politischen Propaganda, dessen Bedeutung innerhalb der NS-Ideologie durch Hitlers Buch Mein Kampf zusätzlich erhöht wurde. Joseph Goebels (der spätere Propagandaminister) war zunächst Teil des radikal-sozialistischen Flügels der NSDAP und hoffte auf eine zweite Revolution. Als jedoch Hitlers Stellung als unumstrittener Parteiführer feststand, ordnete Goebbels sich schnell unter und blieb ein enger Vertrauter Hitlers bis zu beider Selbstmord 1945. Der folgende text aus der NSDAP-Parteizeitung Der Angriff, deren Herausgeber Goebbels war, demonstriert dessen Bemühen, dem Parteiführer das Wort zu reden und den Antisemitismus als einen Hauptbestandteil der NS-Ideologie zu etablieren.

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Warum sind wir Judengegner?

Wir sind Judengegner, weil wir Verfechter der Freiheit des deutschen Volkes sind. Der Jude ist Ursache und Nutznießer unserer Sklaverei. Er hat die soziale Notlage der breiten Volksmassen dazu missbraucht, die unselige Spannung zwischen rechts und links innerhalb unseres Volkes zu vertiefen, aus Deutschland zwei Hälften gemacht und damit den eigentlichen Grund zum Verlust des großen Krieges auf der einen und zur Verfälschung der Revolution auf der anderen Seite gelegt.

[…]

Der Jude hat gar kein Interesse an der Lösung der deutschen Schicksalsfragen. Er kann das gar nicht haben. Denn er lebt ja davon, dass sie ungelöst sind. Macht aus dem deutschen Volke eine einzige Gemeinschaft und gebt ihr die Freiheit vor der Welt, der Jude hätte keinen Platz mehr unter uns. Er hat also die besseren Trümpfe in der Hand, wenn ein Volk in innerer und äußerer Sklaverei lebt, als wenn es frei ist, tüchtig, selbstbewusst und geschlossen ist. Der Jude hat unsere Not verschuldet, und heute lebt er davon.

Das ist der Grund, warum wir als Nationalisten und Sozialisten Judengegner sind. Der Jude hat unsere Rasse verdorben, unsere Moral angefault, unsere Sitte unterhöhlt und unsere Kraft gebrochen. Ihm verdanken wir’s, dass wir heute die Parias der ganzen Welt sind. Solange wir Deutsche waren, war er aussätzig unter uns. Da wir unser Deutschtum vergaßen, triumphierte er über uns und unsere Zukunft.

Der Jude ist der plastische Dämon des Verfalls. Wo er Unrat und Fäulnis wittert, da taucht er aus dem Verborgenen auf und beginnt sein verbrecherisches Schächtwerk an den Völkern. Er kleidet sich in der Maske derer, die er betrügen will, tut gut Freund mit seinen Opfern, und ohne dass der Arglose es merkt, hat er ihm schon das Genick gebrochen.

Der Jude ist unschöpferisch. Er produziert nicht, er handelt nur mit Produkten. Mit Lumpen, Kleidern, Bildern, Edelsteinen, Aktien, Kuxen, Völkern und Staaten. Und alles, womit er handelt, hat er irgendwo und irgendwann gestohlen. Solange er gegen einen Staat Sturm läuft, ist er Revolutionär, sobald er im Besitz der Macht ist, predigt er Ruhe und Ordnung, um in Gemächlichkeit seinen Raub verzehren zu können.

Was hat der Antisemitismus mit dem Sozialismus zu tun? Ich frage umgekehrt: was hat der Jude mit dem Sozialismus zu tun? Der Sozialismus ist die Lehre von der Arbeit. Wo sah man ihn denn je arbeiten und nicht vielmehr plündern, stehlen, schmarotzen und von dem Schweiß der anderen leben? Wir sind als Sozialisten Judengegner, weil wir im Hebräer die Inkarnation des Kapitalismus, das heißt des Mißbrauchs mit den Gütern des Volkes sehen.

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