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Martin Bormanns Vermerk über die „Sicherung der Zukunft des deutschen Volkes” (29. Januar 1944)

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1.) Wir müssen auch für die Mütter, die nicht in der bisherigen Weise standesamtlich verheiratet sind, eine ganz ähnliche umfassende ideelle wie materielle Sicherung schaffen. Dazu gehört unter anderem: auf jeden Fall müssen die Kinder ohne Schwierigkeit den Namen des Vaters bekommen.

2.) Ferner: Auf besonderen Antrag sollen Männer nicht nur mit einer Frau, sondern mit einer weiteren ein festes Eheverhältnis eingehen können, in dem die Frau dann ohne weiteres den Namen erhält, die Kinder ohne weiteres den Namen des Vaters.

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4.) Wie ich schon früher erwähnte, ist es notwendig, daß wir die jetzigen Verhältnis-Bezeichnungen, die einen mehr oder weniger anrüchigen Klang haben, abschaffen und verbieten. Wir müssen im Gegenteil sogar gute, freundliche Namen finden. Wir müssen uns also überlegen, wie das Verhältnis, das eine Frau mit einem Manne hat, mit dem sie in bisheriger Weise nicht verheiratet sein kann, bezeichnet wird, wir müssen uns überlegen, wie die Kinder aus einem solchen Freundschaftsbund bezeichnet werden sollen usw.

Je glücklicher wir in der Namensfindung sein werden, desto leichter werden wir die bestehenden Hemmungen beseitigen. Diese Hemmungen müssen aber beseitigt werden, denn sonst sind die ganzen Opfer des vorigen Weltkrieges und dieses Krieges umsonst gewesen, weil unser Volk den nächsten Stürmen zum Opfer fallen muß. In zwanzig oder dreißig oder vierzig oder fünfzig Jahren fehlen uns dann die Divisionen, die wir unbedingt brauchen, wenn unser Volk nicht untergehen soll.

5.) Nach diesem Krieg müssen die kinderlosen Ehen und die Junggesellen weit schärfer als bisher versteuert werden. Die bisherige Versteuerung der Junggesellen muß ein Kinderspiel gegen die Steuerlasten, die ihnen künftig aufzuerlegen sind, sein.

Die Einnahmen aus diesen Junggesellensteuern müssen zur Unterstützung der Mütter, die Kinder bekommen, dienen, d.h. zur materiellen Unterstützung unserer Nachwuchsbestrebungen.

Ich bitte Sie, sich über das gesamte Problem einmal eingehend Gedanken zu machen und mir danach Ihre Stellungnahme zu übermitteln.
gez. M. Bormann



Quelle: Memorandum by Martin Bormann, 1944 January 29, Papers of Oron J. Hale, MSS 12800-a, Special Collections, University of Virginia Library, Charlottesville, VA; abgedruckt in Jochen von Lang, Der Sekretär: Martin Bormann, der Mann, der Hitler beherrschte. Stuttgart, 1977, S. 478-82.

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